Samstag, 30. Juli 2011

Wissens- und Technologietransfer (WTT) an oeffentlichen Forschungseinrichtungen

Unter Wissenstransfer ist die Weitergabe von Erkenntnissen und Wissen zu verstehen, die aus reproduzierbaren Forschungsergebnissen gewonnen wurden.

Technologietransfer ist ein Teilgebiet des Wissenstransfers und umfaßt Technologieentwicklungen im vorwettbewerblichen Bereich, die aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten (F&E) gewonnen wurden. Technologieentwicklungen können in Form von Lizenzen oder Patenten der Wirtschaft angeboten werden, die daraus marktfähige Produkte entwickelt und in den Markt einführt.
Im allgemeinen Sprachgebrauch und Verständnis wird Technologietransfer inzwischen mit Patentvermarktung gleichgesetzt.

Wer Wissenstransfer anbietet, sollte einen Katalog mit seinen Transferprodukten und den Kompetenzprofilen der einzelnen Anbieter erstellen, sonst gibt es Verständnis- und Kommunikationsprobleme.

Das gesamte WTT-Spektrum ist für eine Wissenschaftseinrichtung ein nützliches Marketinginstrument. Gleichzeitig erhöhen die WTT-Elemente die Reputation der jeweiligen Wissenschaftler und Institution. Man sollte jedoch nicht unterschätzen, dass es noch immer große Unterschiede im Verständnis und in der Handhabung des WTT in den einzelnen Forschungseinrichtungen gibt, was durchaus in der Wissenschaftsaufgabenstellung begründet sein kann.

Hochschulen legen den Schwerpunkt ihres Wissenstransfers in hohe Qualität von Forschung und Lehre – in die Ausbildung ihrer Studenten. Das macht ihre Reputation aus. Patente sind eher ein Nebenprodukt, für deren Vermarktung sie meistens keine eigenen Kapazitäten haben. Daher ist für sie auch die Einrichtung von mehrere Hochschulen im Verbund betreuenden Patentverwertungsagenturen (PVA) effektiv, jedoch nicht immer effizient.

Der WTT von Forschungsinstituten hat im Vergleich zu Hochschulen einen ganz anderen Stellenwert. Sie sollten einen eigenen WTT aufbauen und ihn nicht ausschließlich an Externe auslagern.
Neben wissenschaftlicher Exzellenz spielen die Qualität des WTT und der Bekanntheitsgrad der Forschungseinrichtung eine große Rolle beim Erschließen neuer Finanzquellen.

In Patentverwertungsagenturen (PVA) versinken die einzelnen Institute in der Anonymität. Dort kommt es auf die Masse von Patenten an, die die PVA im Portfolio hat und anbietet.

Das heißt nun nicht, dass einzelne Institute nicht auch zweigleisig fahren können: Patentveröffentlichungen auf der eigenen Homepage und gespiegelt bei einer PVA. Mehrfachveröffentlichungen sehen zwar die PVA nicht gerne, können jedoch die Trefferquoten potenzieller Kunden erhöhen.

Erfolgreiche Patentverwertung bedingt einen wissenschaftlich fundierten All-Inclusive-Service der jeweiligen Technologieentwickler. Die Kunden bevorzugen die direkte Rückkopplungsmöglichkeit zum entsprechenden Institut bzw. Wissenschaftler. Das können externe PVA nicht bieten, liegt auch nicht in ihrem Interesse, denn dann wären sie in der jetzigen Form überflüssig.


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